Ahr-Weinanbau
Die Ahr ist das nördlichste Weinanbaugebiet Deutschlands. Es kann
trotz seiner Lage bebaut werden, weil die Ahrmündung von der wärmenden
Wirkung des Rheines profitiert. Diese ist bedingt durch den Golfstrom
im Süden der Kölner Bucht. Das Gebiet liegt im Regenschatten des Hohen
Venns und der Eifel. Weniger Regen bedeutet hier mehr Sonnenstunden.
Die steilen Südhänge heizen sich bei Sonne rasch auf und geben die
gespeicherte Wärme langsam an die Reben weiter. Dadurch sind auch
nachts ausgeglichene Temperaturen gewährleistet.
Die
Ahr ist das einzige Weinanbaugebiet in Deutschland wo mehr rote als
weiße Trauben angebaut werden. Die Nutzung der Rebfläche von insgesamt
521 Hektar verteilt sich auf 76,1 % Rotwein, 11,1% Rosé und 12,8%
Weißwein. Davon entfallen mehr als die Hälfte auf trockene Weine und
30,9% auf halbtrockene Weine.
Die Tafelweine der Ahr werden unter
dem Namen Rhein-Mosel vermarktet. Landweine werden unter dem Namen
Ahrtaler Landweine vermarktet.
Schon die Römer sollen an der Ahr
Wein angebaut haben. Im Mittelalter teilten sich 19 Grundherren, zehn
Klöster und neun weltliche Herren 80% der Weinberge. Als 1794
französische Truppen das Ahrgebiet besetzten, wurde es für die
Ahrwinzer schwierig ihren Wein gegen die französischen Sorten
abzusetzen. Mit dem Wiener Kongreß vereinte sich das Ahrgebiet mit dem
preußischen Königreich und der Weinabsatz erlebte ein Blütezeit. Als
1833 Preußen dem Deutschen Zollverein beitrat, wurde es erneut
schwerer, Weine abzusetzen. Mangelhafte Pflege der Weinberge ließ ganze
Jahrgänge unverkauft. Mehrere Mißernten schwächten die Winzer so sehr,
daß viele nach Amerika auswanderten, um sich und ihre Familien ernähren
zu können. Das ging so bis 1868.
Da gründeten 18 Winzer in
Mayschoß nach Raiffeisens Idee eine der ersten Winzergenossenschaften
der Welt. Bis 1898 folgten weitere 20. Der Weinbau belebte sich wieder.
Noch heute sind an der Ahr in zwölf Winzergenossenschaften 90% der
Winzer organisiert.
Die steilen Berghänge machen viel
Handarbeit zur Qualitätssicherung erforderlich. Das Ergebnis sind
Spitzenweine der Extra-Klasse.
